Henry Peachams The Garden of Eloquence (1593): Historisch-kritische Einleitung, Transkription und Kommentar von Beate-Maria Koll
Abstract
220 RHETORICA through the Life; and he goes on to consider the differences between the accounts of Plutarch and Thucydides, partly due to the approach of biographer and historian, but more importantly stemming from Plutarch's more complex view of Alcibiades' relationship with the city. But if the Life has a schema based on Alcibiades' ambition, "linking the key traits-4iybris, dissolution, philotimia, adaptability, demogogy—into a single comprehensive character" (p. 282), at the end it returns to the theme of inconsistency— was Alcibiades' murder occasioned by political (order by Lysander to prevent his return) or moral (he seduced a local girl) considerations? And, like Plutarch, Gribble ends appropriately by submitting to the elusiveness of his subject. In conclusion, Gribble's book is a major contribution to the study both of Alcibiades and more generally of the role of the individual in the ancient city and in classical texts. It is a complex and comprehensive work to which a short review can hardly do justice, and I thoroughly recommend it. Michael J Edwards Queen Mary and Westfield College.University ofLondon Henry Peachams The Garden of Eloquence (1593): Historisch-kritische Einleitung, Transkription und Kommentar von Beate-Maria Koll (Frankfurt a. M.: Lang, 1996), clxvi + 260 pp. Die vorliegende Ausgabe erfüllt ein lang erwartetes Desiderat der Rhetorikforschung. B.-M. Koll hat es sich zum Ziel gesetzt, fiber eine der elaboriertesten Figurenlehren der englischen Renaissance, Henry Peachams Garden of Eloquence, umfassend zu informieren. Sie tut dies gleich dreifach. Neben einer sehr grlindlichen und gelehrten historisch-kritischen Einleitung (166 S.) bietet sie die Transkription der zweiten Ausgabe von 1593 (197 S.) sowie einen Sachkommentar zu den von Peacham offen oder verdeckt benutzten Quellen (35 S.). Die Einleitung, die sich, was die Menge und Qualitàt an Information betrifft, àufierst positiv von W. G. Cranes Introduction Reviews 221 zur Facsimile-Ausgabe von 1954 unterscheidet, bringt neben einem komprimierten Forschungsbericht Details zu Biographie und Editionen sowie einer rhetorischen Analyse der Dedicatorie Epistle vor allem eine historisch-deskriptive Untersuchung zur Systematik der rhetorischen Figuren. Durchgángige Vergleiche zwischen den beiden Garden-Ausgaben von 1577 und 1593 sowie mit zeitgenôssischen stilistischen (J. Susenbrotus, R. Sherry), ramistischen (D. Fenner, A. Talaeus) und an Cicero orientierten (Th. Wilson) Rhetoriken sowie den üblichen antiken Autoritáten (u.a. Cicero, Quintilian, Aristóteles) verbindet Koll mit der optisch sehr leserfreundlichen Pràsentation rhetorischer Grundstrukturen durch graphische Stemmata und einer pràzisen Analyse von Peachams Kategorien der Tropes und Schemates. Sie kommt dabei zu folgenden interessanten Ergebnissen: 1. Gegenüber der Erstausgabe weist die Z93-Ausgabe insgesamt einen deutlich "hôheren Strukturierungsgrad" (xliv) auf. Susenbrotus kann daher nicht mehr "als alleinige" (1) und Sherry überhaupt "nicht als Quelle" (lii) der zweiten Edition angesehen werden. 2. Die zweite Ausgabe ist keine ramistische Rhetorik, wie ôfter behauptet. So gehen z. B. "Peachams Bemühungen dahin, die Poetik aus der Rhetorik auszuschalten" (lxvii), wàhrend Talaeus diese gerade integriert. 3. Vielmehr lehnt sich Peacham "an die Konzeption der Figuristen und Traditionalisten an" (lviii), ohne allerdings "irgendeine Systematik geschlossen zu adaptieren" (lvi). 4. Peacham "integriert Inventio und Memoria funktional" (lxvi) in sein Figurensysten. Er "erstellt ein Affektsystem" (xciv); er behandelt unter den Überschriften Vse und Caution immer wieder "Aussagen über das Decorum" (cliii) und verlangt "nicht nur die Beachtung rhetorischer Tugenden, sondern auch die moralischer Normen." (clvii) Seine wiederholten Wamungen vor moglichem Mifibrauch, die auf christliche Moralvorstellungen rekurrieren, sind innerhalb der Rhetorikhandbücher seiner Zeit "einzigartig" (clviii). Daher fállt Peachams Garden von 1593 keinesfalls unter die Kategorie der reinen stilistischen Figurenkompilation. 5. Originalitât beweist Peacham auch bei der Behandlung "seltener rhetorischer Figuren" (cxvi), die "keiner 222 RHETORICA zeitgenôssischen englischen oder lateinischen Rhetorik" (cxviii) entstammen, bei der durchgàngigen "forcierten Verwendung von Vergleichen und Metaphem", die ebenfalls nirgendwo "eine Parallèle" (cxxxiii) in seiner Zeit finden, sowie bei seiner ausgefeilten Exemplifizierungstechnik (Bibel, klassische Autoren, Sprichwôrter). Ihn als reinen "Kopisten" (cxxxiii) oder "Plagiator" (cxliii) zu bezeichnen, ein weiteres Vorurteil der Sekundàrliteratur, verbietet sich daher von selbst. Insgesamt kommt Koll zu dem Schlufi, dafi Peachams "Konzeption von Rhetorik christlich-humanistisch zu nennen ist" (clxv). Bei allem— nicht nur—für die damalige Zeit typischem Eklektizismus hat er so viel neues Gedankengut zu bieten...
- Journal
- Rhetorica
- Published
- 2000-03-01
- DOI
- 10.1353/rht.2000.0021
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