Karl-Heinz Göttert

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  1. Fesf und Festrhetorik
    Abstract

    Research Article| May 01 2000 Fesf und Festrhetorik Josef Kopperschmidt und Helmut Schanze eds, Fesf und Festrhetorik (München: W. Fink Veriag, 1999), 402 pp. Karl-Heinz Göttert Karl-Heinz Göttert Institut für deutsche Sprache und Literatur, Albertus-Magnus-Platz, Universität zu Köln, D-50923 Köln, Germany. Search for other works by this author on: This Site PubMed Google Scholar Rhetorica (2000) 18 (2): 223–226. https://doi.org/10.1525/rh.2000.18.2.223 Views Icon Views Article contents Figures & tables Video Audio Supplementary Data Peer Review Share Icon Share Facebook Twitter LinkedIn Email Tools Icon Tools Cite Icon Cite Search Site Citation Karl-Heinz Göttert; Fesf und Festrhetorik. Rhetorica 1 May 2000; 18 (2): 223–226. doi: https://doi.org/10.1525/rh.2000.18.2.223 Download citation file: Ris (Zotero) Reference Manager EasyBib Bookends Mendeley Papers EndNote RefWorks BibTex toolbar search Search Dropdown Menu toolbar search search input Search input auto suggest filter your search All ContentRhetorica Search This content is only available via PDF. Copyright 2000, The International Society for the History of Rhetoric2000 Article PDF first page preview Close Modal You do not currently have access to this content.

    doi:10.1525/rh.2000.18.2.223
  2. Fest und Festrhetorik hrsg. von Josef Kopperschmidt, Helmut Schanze
    Abstract

    Reviews 223 Josef Kopperschmidt und Helmut Schanze eds, Fest und Festrhetorik (München: W. Fink Verlag, 1999), 402 pp. Als vor zehn Jahren der groBe Sammelband zum Fest von Haug/Waming erschien, stand dies im Zusammenhang einer Philologie, die sich statt der Interpretation von Texten deren Entstehung und Situierung im Kontext der Kultur insgesamt zuwandte. Unter den zahlreichen Perspektiven war eine damais kaum berücksichtigt: die Festrede, wie sie die Rhetorik als eines ihrer drei Genera behandelt. Dies ist nun nachgeholt, wobei die Herausgeber die Gewâhr dafür boten, daB die Rhetorik dabei nicht als unbefragte GroBe auftritt. Im Gegenteil, Kopperschmidt formuliert es unmiBverstàndlich: Erinnerung an die Rhetorik, aber auch die Frage, wieweit eines ihrer Angebote unter den Bedingungen der Moderne noch moglich ist. Wenn es zur Grundlage der Epideiktik gehôrte, die certa zur Geltung zu bringen, was geschieht dann, wenn es solche certa nicht mehr gibt? Noch anders ausgedrückt: Was und wie kann man loben, wenn sich das Substantielle verflüchtigt hat? Und schlieBlich: Bleibt nur übrig, entweder das Falsche zu sagen oder das Reden—wie in der Inszenierung von immerwahrender Festlichkeit im Warenhaus—aufzugeben? Wenn die Festtheorie die Losung ausgegeben hatte, im Fest der Funktion der Differenz zum Alltag nachzugehen und dabei die Altemativen von Affirmation und Subversion ins Auge zu fassen, so sollte die Rhetorik die Frage beantworten, was unter diesen Voraussetzungen der Rede noch zugemutet werden kann. Wie nicht anders zu erwarten, sind die Antworten verschieden ausgefalien—daB die Verfasser in alphabetischer Reihenfolge erscheinen, dürfte etwas von der Verlegenheit bekunden, dieser Form von Differenz Herr zu werden. So gibt es die nüchteme Formengeschichte der Lobrede (Matuschek) sowie die Analyse der strukturellen Vorausetzungen ritueller Kommunikation (Paris). Und es gibt die ebenso nüchteme historische Bestandsaufnahme epideiktischer Rede sowohl hinsichtlich ihrer antiken Ausprâgung (Schmidt, Zinsmaier) wie in der Ratgeberliteratur der Gegenwart (Bremerich-Vos). DaB das 224 RHETORICA Lob dabei nicht zweckfrei sein mufi, sondem bei Plinius genauso wie bei Erasmus von Rotterdam seine kritischen Potentiale enthâlt (Hambsch), macht die Epideiktik zur lediglich "konfliktfreien Variante eines offen ausgetragenen Diskurses". An Reden von Kônigin Beatrix der Niederlande zeigt sich ebenfalls das argumentativ-diskursive Element eines scheinbar "unpolitischen" Redens, und zwar sowohl als Kritik am Angesprochenen in Indonésien (Ensink) wie als Kritik am eigenen Land mit Erinnerung an Verdrângtes in der Heimat (Sauer). An Reden des deutschen Bundesprâsidenten Roman Herzog, besonders derjenigen im Hotel Adlon 1997, làfit sich verdeutlichen, wie wenig die Wirkung von Reden allein ihrem Inhalt verpflichtet ist, sondem wie sehr sich Wirkung allererst in der Rezeption einstellt (Jochum). Schliefilich sind Beitràge zu erwàhnen, die als offenes Plâdoyer für eine zu Unrecht vemachlàssigte Epideiktik auftreten, und zwar sowohl als Erinnerung an ihre Rolle in der attischen Demokratie (Oesterreich) wie in einem chrsitlichen Feiem der Taten des grofien Gottes vor der "geistlichen Schmalbrüstigkeit der Aufklarung" (Magass). Dem stehen die eher kritischen oder skrupulôsen Einlassungen gegenüber, beginnend mit berühmten Pannen wie der Jenninger-Rede (Eigenwald). Auch die negative Epideiktik als speziell antirhetorischer Diskurstyp in der Aufklarung mit satirischen Wendungen wie bei Swift und Pope wàren hier einzuordnen (Nate). Unter dekonstruktivistischen Perspektiven gérât das mifilingende Fest in die Perspektive eines Indikators sozialer Krisen, zeigt sich am Beispiel von Woodstock, dafi im organisierten Spekaktel die ursprüngliche Funktion des Festes als Befreiung von Gewalt in ihr Gegenteil umschlagt (Ellrich). Am Beispiel des 8. Mai, der nach wie vor in Deutschland als Datum der Niederlage wie der Befreiung erscheint, wird die moderne Unfâhigkeit zu feiem belegt, allerdings auch einer überraschenden Auflôsung zugefiihrt: Was ware, wenn die Debatte fiber die kollektive Erinnerung das vermifite moderne Àquivalent des "substantiellen" Feiems ware (Kopperschmidt)? Auch die Deutung des Festspiels als Fortsetzung der Festrede im Zeitalter der Rhetorikverachtung kônnte man unter die Suche nach Àquivalenten einordnen (Schanze). Eine andere Form der Kritik ergibt sich aus zwei Analysen der Epideiktik in der ehemaligen Reviews 225 DDR. Hier sind es einerseits Erstarrung und Entleerung als Folge von Allgegenwartigkeit einer Rhetorik, die zutage treten (Geier), auf der anderen Seite der vergebliche Versuch, mit Epideiktik Wahmehmung von "sozialistischer Wirklichkeit" zu steuem (Pape). Wàhrend in...

    doi:10.1353/rht.2000.0022